Aachen For Future: Großdemonstration mobilisiert Massen

Doppelt so viele Teilnehmende wie geplant

8000 Demonstrierende waren heute auf den Straßen Aachens. (Fotos: Vitus Studemund)

Aachen: Auch in der Kaiserstadt fand heute, am weltweiten „Alle fürs Klima“-Aktionstag der „Fridays for Future“-Bewegung, ein Klimastreik statt. Laut Angaben der Polizei und des Veranstalters beteiligten sich unter dem Hashtag #AachenForFuture mindestens 7500 bzw. 8000 Schüler*innen, Eltern, Großeltern, Künstler*innen, Arbeiter*Innen und Mitglieder verschiedener Bündnisse an der bisher größten dezentralen „Fridays for Future“ Demonstration in Aachen.

Ab 11 Uhr zogen die Demonstrierenden in einem langen Zug vom Elisenbrunnen über den Hansemannplatz in Richtung Europaplatz. Gegen 13 Uhr kam sie schließlich am Kennedypark an, wo bis kurz vor 18 Uhr noch Auftritte statt fanden.

Zusammen mit vielen Arbeitnehmenden schlossen sich auch Lehrer*Innen den Schülern an. Auch Politiker, wie unter anderem der linke Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko, zeigten ihre Solidarität gegenüber „Fridays for Future“. Außerdem nahm der YouTuber „Rezo“ an dem Klimastreik teil, der durch „Die Zerstörung der CDU“ auch bei Älteren Bekanntheit erlangt hatte und sich bereits am 21. 06. an der Demonstration beteiligt hatte.

Neben den „Fridays“, den „Parents“ und den „Farmers for Future“ zeigten auch die „Artists for Future“ Präsenz. Während einer halbstündigen Zwischenkundgebung legten sie sich ,als Lobbyisten verkleidet, in das eiskalte Wasser des Brunnens beim Europaplatz. Fast 15 Minuten hielten sie aus, während sie mit mehreren Standbildern die aktuelle Klimapolitik symbolisierten.

Das Klima geht baden – sie auch. Die „Artists for Future“ kehren von ihrer Aktion aus dem Brunnen unter Applaus der Demonstrant*Innen zurück.

Dass „Fridays for Future“ (FFF) nicht alle gut finden ist bekannt. Das Stereotyp: Der Wutbürger und SUV-Fahrer, der dann auch noch von der Demonstration im Stau wegen dem Klimastreik landet. Zumindest die letzten beiden Punkte treffen auf Gerd, einen Rentner aus Jülich zu. Doch obwohl er mindestens eine halbe Stunde von der Demonstration Aufgehalten wird, sieht er es gelassen: „Ich finde es toll, dass die Jugendlichen jetzt für eine gute Sache auf die Straße gehen“.

„Toll, dass die Jugendlichen auf die Straße gehen“: Gerd aus Jülich ist einer von zahlreichen Verkehrsteilnehmer*Innen die an diesem Tag von der Demonstration beeinträchtigt werden.

Aber auch von den Gewerkschaften erhält man eigentlich eher das Bild, sie würden gegen die Ziele FFFs kämpfen, z.B. den Kohleausstieg 2030. „Wenn es die Chance gibt für einen frühen Kohleausstieg, würden wir den natürlich sofort unterstützen“, sagt Dennis (28), der hauptamtlich bei „Ver.di“ arbeitet aber heue trotzdem für „Ver.di Jugend“ zusammen mit FFF demonstriert. Viele Demonstrierende sagen jedoch: Ein früher Kohleausstieg ist möglich und vor allem auch nötig.

Nicht nur in Aachen wurde demonstriert. In Berlin gingen nach Angaben des Veranstalters 270 Tausend Menschen für den Klimaschutz auf die Straße. In ganz Deutschland seien ca 1,45 Millionen, teilte die Bewegung mit. Das ist Rekord für einen Klimastreiktag und auch die größte Teilnehmer-Anzahl von bundesweit stattfindenden politischen Demonstrationen seit den letzten 50 Jahren.

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Über Rasmus Epperlein 8 Artikel
Schwerpunkte: Aachen und die Region

1 Kommentar

  1. Transparenzhinweis: Die Fotos und das Gespräch mit „Ver.di Jugend“ und dem Auto-Fahrer sind von unserem Redakteur Vitus. Dieser hat auch die Demonstration mi organisiert. Der Text wurde jedoch redaktionell völlig unabhängig, von Rasmus Epperlein geschrieben.

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