Altstadtquartier Büchel

Abriss nach 35 Jahren

Altstadtquartier Büchel: Abriss nach 35 Jahren

Bekanntester Anwohner am Büchel: das Bahkauv. Fotos: Stadt Aachen / Andreas Herrmann
  • Vor 34 Jahren wurde der Abriss des Parkhauses am Büchel beschlossen.
  • Nächstes Jahr soll er realisiert werden.
  • Knapp 90 Ideen für die Umgestaltung der zwei Hektar sind der Stadt zugesendet worden.

Aachen | Der Abriss des Parkhauses am Büchel wurde schon vor Jahren geplant. Letztes Jahr wurde dieser schließlich final auf den Weg gebracht. Wodurch es so lange dauerte, wie es weiter geht und die aktuellen Planungen für das „Altstadtquartier Büchel“ hier im Überblick.

Bis zum Anfang diesen Jahres bot das Parkhaus am Büchel noch kapp 500 Autos Platz zum Parken. Seit dem 1. Juli ist es allerdings endgültig verriegelt, ganze 34 Jahre nach dem Beschluss des Abrisses. Erst letztes Jahr waren die Investoren von dem Projekt abgesprungen, sodass die Stadt Aachen das Grundstück zurück erwerben konnte. Damit ist die letzte von vielen Hürden überwunden, um mit den Arbeiten anzufangen. Das erste Mal seit langem sieht man Fortschritte am Büchel.

Der Grund für die Neugestaltung

Wohl am meisten kritisiert wurde das hohe Verkehrsaufkommen aufgrund des Parkhauses. Durch die Schließung soll die Innenstadt ruhiger gemacht und eventuell die Fußgängerzonen erweitert werden. Mit der Neugestaltung erhofft man sich auch ein wohl dringend notwendiges Upgrade für das Altstadtviertel, das momentan nur wenig besucht wird und damit unter Leerständen leidet. Das ehemalige Lust for Life am Rande des Viertels ist da nur ein Beispiel.

Geschlossen: Das Parkhaus am Büchel

Während zunächst geplant war, nur das Grundstück des abgerissenen Parkhauses zu nutzen, ist das Projekt auch auf Teile des umstehenden Terrains ausgeweitet worden. Das ist bereits – oder vielmehr mittlerweile – im Besitz der Stadt. Insgesamt stehen also circa zwei Hektar Fläche zum Umbau zur Verfügung.

Und dann wäre da noch das Rotlichtviertel in der Antoniusstraße. Das gehöre definitiv nicht dort in die Innenstadt, meint Marcel Philipp, noch Oberbürgermeister der Stadt Aachen. Im Rückblick auf seine zu Ende gehende Amtszeit bereue er es, das Thema nicht stärker angegangen zu haben. Vom Tisch ist es allemal nicht. Weiterhin sucht die Stadt nach einer Lösung, möglichst bevor das Projekt am Büchel realisiert worden ist.

Mit der Umgestaltung beschäftigt: Marcel Philipp und Frauke Burgdorff von der Stadt Aachen

Wie geht es jetzt weiter?

Mit möglichst viel Bürgerbeteiligung. Das ist zumindest der Plan der Stadt Aachen. Denn Konzepte entwickelte sie selber noch keine. Stattdessen wurde dieses Jahr unter dem Motto „Stadt machen am Büchel“ Bürger:innen die Möglichkeit gegeben, Gestaltungsideen einzubringen. Und das hatte vollen Erfolg: Knapp 90 Einsendungen landeten bei der Stadt mit allen möglichen verschiedenen Themen. Das Schaffen von Grünflächen, Wohnraum, Lernbereichen und die Nutzung als wirtschaftlichen Standort wurden vorgeschlagen.

Jetzt ist die Stadt an der Reihe: Im November 2020 will sie sich zusammen mit Planungsbüros intensiv mit den Vorschlägen befassen und diese auf ihre Umsetzbarkeit prüfen. Die Ideengeber:innen sollen während des Prozesses fortlaufend informiert und eingebunden werden. Wann die Stadt konkrete Vorschläge veröffentlicht, ist unklar. Jedoch erlangte so manche Idee schon öffentliche Aufmerksamkeit, zum Beispiel das „Jahrtausendhaus“ von Künstler Albert Sous (Aixformation.de berichtete).

Währenddessen laufen die ersten Arbeitsschritte für den Abriss an. Momentan wird begonnen, erste Gutachten vor Ort zu erstellen, um nicht plötzlich vor bösen Überraschungen zu stehen. Schon jetzt ist klar: Beim Abriss ist Vorsicht geboten. Rundherum stehen Häuser mit Denkmalschutz, außerdem verlaufen die Thermalquellen unterhalb des Parkhauses. Laut der bisherigen Planung soll der Abriss nächstes Jahr starten.

Der letzte große Schritt Richtung Neubebauung soll bis 2021 oder 2022 umgesetzt worden sein: Der Bebauungsplan. Das ist eine grobe Vorgabe des Stadtrates, für was die Fläche genutzt werden darf und wie sie bebaut werden soll.

Wie auch beim letzten Teil der Reihe „Aachens Großbaustellen“, dem Campus West, heißt es jetzt also wieder warten. Allerdings sieht es tatsächlich so aus, als ob endlich Tempo in der Entwicklung beim Büchel angekommen ist. In den nächsten Jahren sollte sich also einiges tun.

Johannes Schick
Über Johannes Schick 4 Artikel
Schwerpunkte sind Stadtentwicklung und Bauprojekte in Aachen.

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