Klimacamp in Aachen

Start in eine aktionsreiche Woche

Klimacamp in Aachen: Start in eine aktionsreiche Woche

Solarpanele versogen das Camp mit Strom
  • Am Dienstag startet das „Klimacamp“ von diversen Gruppen in Aachen.
  • Freitag, der 25. September, ist auch internationaler Streiktag von Fridays for Future.
  • Außerdem plant Ende Gelände Aktionen.

Aachen | Verschiedene lokale Klimagerechtigkeitsgruppen haben für nächste Woche ein Camp und weitere Aktionen geplant. Jetzt am Wochenende fing der Aufbau an. Für die bis zu 500 Teilnehmenden musste am Samstag noch einiges erledigt werden.

Rund 20 Menschen arbeiten am Samstagmorgen auf den Hollandwiesen. Es ist 10 Uhr, noch sieht die Grünfläche, auf der das Camp stattfinden soll, ziemlich leer aus, aber der Aufbau läuft auch erst seit einer Stunde. Eine runde Plane für das kleinere der beiden Zirkuszelte liegt schon auf dem Gras. Rundherum werden Metallstäbe mit aller Kraft und einem Presslufthammer in den Boden geschlagen. Weiter hinten auf der Wiese liegen insgesamt 10 Haufen Holzbalken, aus denen noch Waschbecken werden sollen.

Aufbau des Klimacamps
Die Helfer:innen sind beim Aufbauen beschäftigt

Ein „Bildungs- und Kulturcamp“, so beschreibt es Sammy, Mitorganisator des Lagers. Wenn man auf die Programmpunkte schaut, merkt man schnell, dass das Übernachten nur ein Teil des Camps sein wird. „Generell kann hier jeder hin, egal ob Übernachten oder nicht“. Alleine Dienstag stehen zwölf Tagespunkte schon fertig auf der Liste, Mittwoch sind es sogar dreizehn. Vorträge, Diskussionen, Workshops und künstlerische Unterhaltung werden den Teilnehmenden über die ganze Woche angeboten.

Neben dem Presslufthammer hört man auch immer wieder Walkie-Talkies erklingen, die die Organisatoren bei sich tragen. Schnell versammeln sie sich um einen Aufbauplan und besprechen nochmal, wo was hinkommt. Dann verteilen sie sich wieder auf die Wiese. Die ersten fangen mit dem zweiten Zirkuszelt an, das später mit 16 mal 24 Metern das größte sein wird.

Das erste Waschbecken entsteht

„Man muss nur eine Corona-ID haben“, um am Camp oder einzelnen Workshops teilnehmen zu können, erzählt Sammy. Dazu geht man bei der Ankunft zum Infostand, lässt sich eine fünfstellige Nummer generieren und trägt diese dann auf einem Armband mit. Vorher anmelden muss man sich also nicht.

Die IDs dienen der Rückverfolgung für Corona-Fälle. Bei Programmpunkten werden die IDs der Teilnehmer dann auf Listen geschrieben, damit das Gesundheitsamt mögliche Infektionsketten identifizieren kann. Also eigentlich einfach Ersatz für Namen und Anschrift, nur dass die Personen nicht zwingend eine Kontaktadresse angeben muss. „Wir wollen die Barriere zur Teilnahme so gering wie möglich machen“, so Sammy. Auftretende Infektionen und betroffene IDs werden online und im freiwilligen E-Mail-Verteiler bekannt gegeben. Sobald man mit Personen in Kontakt tritt, mit denen man nicht auf einer Liste steht, herrscht Maskenpflicht.

Auch mit den Waschbecken wird jetzt angefangen. Nachdem ein Organisator beim ersten Waschbecken gezeigt hat, was wo drangeschraubt werden muss, machen nun zwei jugendliche Helfer selbständig weiter. An sich ist alles vorbereitet. Holzbalken liegen mit Löchern, Schrauben und Muttern sortiert auf dem Boden und müssen zusammengebaut werden. Insgesamt 10 Waschbecken mit je 3 Wasserhähnen werden jetzt zusammengeschraubt.

Trotz kleiner Schwierigkeiten stehen nach knapp einer Stunde fast alle Waschbecken. Alte LKW-Planen lassen das Wasser nur durch den Abfluss durch.

Die Organisatoren sind in erster Linie Mitglieder von Fridays for Future Aachen und Ende Gelände Aachen. Beide haben guten Grund dazu, denn nächste Woche sollen wichtige Aktionen für mehr Umweltschutz starten. Am Freitag, dem 25. September, wollen die Schüler:innen wieder groß auf die Straße gehen, der nächste internationale Streiktag steht bevor. Und auch Ende Gelände plant nächste Woche im rheinischen Revier wieder Blockaden. „Wir stehen solidarisch zu Ende Gelände“. Trotzdem sei es ein eigenständiges Camp, welches kein Teil der Aktionen sein wird, so Sammy.

Mittlerweile helfen die meisten beim Aufbau des großen Zeltes. Die Stützstangen des Zeltes werden an die richtigen Stellen gelegt, während mit zwei Presslufthammern weiterhin Stäbe in den Boden versenkt werden. Der Infostand kümmert sich währenddessen um neu angekommene Helfer und den vielen interessierten Spaziergängern, denn auch wenn noch kein Zirkuszelt steht, erkennt man jetzt, dass hier gerade eine größere Aktion im Entstehen ist.

Am Abend gibt es dann auf einmal ein ganz anderes Bild: Auf der ganzen Wiese verteilt sieht man nun SG-Zelte aus Planen und Stangen. Dazwischen türmt sich das große Zweimast-Zirkuszelt auf. Auch das kleinere Zirkuszelt steht. Eigentlich war für Samstag auch noch das Aufstellen der Toiletten geplant. Soweit ist es bis 19 Uhr aber nicht gekommen, da noch auf den verspäteten LKW gewartet werden musste.

Die einzelnen Programmpunkte des Camps – auch mit bekannten Persönlichkeiten wie Jakob Basel – findest du auf der Website der Aktion.

Johannes Schick
Über Johannes Schick 4 Artikel
Schwerpunkte sind Stadtentwicklung und Bauprojekte in Aachen.

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