Streit zwischen Landesregierung und Aachener Schule

Mit einer Petition richtet sich die Schule offen gegen einen Beschluss der Regierung

"Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir", meint die 4. Aachener Gesamtschule - doch das Schulministerium stellt sich quer. Symbolbild

Seit 2016 treten die Schüler der 9. Stufe der „4. Aachener Gesamtschule“ jedes Jahr zu ihrem Projekt „Herausforderungen“ an. In Kleingruppen machen sie sich auf und verbringen 17 Tage ohne Eltern und Lehrer, weg von Zuhause mit einem Budget von 150€ pro Kind. Das Projekt wird monatelang aufwendig geplant, wobei die Schüler sich auch selber ein Zielort überlegen. Sie sollen während der Planung und der „Herausforderung“ lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, mit einer kleinen Menge Geld auszukomme, mit schwierigen Situationen gut umzugehen, Lösungen zu finden und aus eigenen Fehlern zu lernen. Doch damit soll bald Schluss sein, wenn es nach dem Schulministerium in NRW geht.

Das NRW-Schulministerium hat jedoch zwei Probleme. Das erste ist die Abwesenheit eines Lehrers oder einer Lehrerin. Stattdessen werden die Schüler*innen von Studierenden begleitet, die ihnen helfen. Durch die Anwesenheit eines Lehrers könnten die Schüler in einen Erwartungsdruck geraten; die jüngere und unvoreingenommene Begleitung soll ein unbelastetes Umfeld schaffen, begründet die Schule dieses Vorgehen.

Das Schulministerium findet das jedoch nicht überzeugend Für die Gewährleistung der Aufsichtspflicht müsse ein*e Lehrer*in dabei sein. Die Schule sieht jedoch keinen Bedarf. Die begleitenden Personen würden ausreichen und die Schüler seien jederzeit erreichbar. Auch müsse jede Gruppe jeden Tag am Mittag ein Gruppenfoto an die Schule schicken, um die Reise und die Teilnahme zu dokumentieren.

Aber auch mit der Dauer der „Herausforderung“ ist das Schulministerium nicht einverstanden. Es wertet die Aktion als Klassenfahrt, eine solche dürfe maximal 14 Tage dauern. Die 17 Tage seien nach den Erfahrungen der letzten Jahre jedoch sinnvoll und auch notwendig, damit die Schüler sich wirklich in die „Herausforderung“ einleben und auch eventuell auf Probleme und Planungsfehler stoßen, die es dann zu lösen gilt, argumentiert dagegen die Schule

Von Eltern und Lehrern wird das Projekt verteidigt. Viele berichten von den positiven Erfahrungen ihrer Kinder beziehungsweise Schülern. Nicht für die Schule sondern das Leben lerne man, wird oft betont.

Wer das Projekt „Herausforderungen“ gut findet und es unterstützen möchte, kann sich mit einer Unterschrift für den Erhalt und die Weiterführung dieses Projektes einsetzen:

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Über Rasmus Epperlein 12 Artikel
Schwerpunkte: Aachen und die Region

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