Eskalation während „Fridays for Future“ – Ausschreitende Autofahrer bei Straßenblockade in Aachen

Eine Straßenblockade
Eine Gruppe von Jugendlichen blockierte zweitweise zwei wichtige Verkehrststellen in der Stadt.

Zeitgleich zum „Fridays for Future“ Aktionstag für mehr Klimaschutz blockierte gestern eine unbekannte Gruppe zwei Straßen am Rande der Aachener Innenstadt. Dabei kam es zu Ausschreitungen zwischen betroffenen Autofahrern und den Jugendlichen.

Die Gruppe, die anfangs noch an der Demonstration von „Fridays for Future“ am Elisenbrunnen teilgenommen hatte, blockierte für mehrere Minuten die Brücke Burtscheider Straße (Zufahrt zum Hauptbahnhof) und für längere Zeit die Oppenhoffallee (Frankenberger Viertel). Der Verkehr war zweitweise lahmgelegt.

„Papagei“ Teil von „Fridays for Future“

Da durch das Ankündigen von „Störaktionen“ seitens „Fridays for Future“ die Polizei mit erhöhter Anzahl von Einsatzkräften in Aachen präsent war, konnte die Gruppe, die aus anfangs 40, später nur noch 15 Jugendlichen bestand, nur wenige Stellen in der Stadt blockieren. Zu „Fridays for Future“ gehöre sie nicht, teilte ein Sprecher ganz am Ende mit, sie setze sich aber auch für Klimagerechtigkeit ein. Die erste Blockade, die unter dem Namen „Papagei“ lief, war zwar von Fridays for Future ursprünglich ausgegangen, die zweite war jedoch komplett unabhängig organisiert.

Die erste Blockade (an der Burtscheider Straße) um circa 15 Uhr löste sich nach einigen Minuten beim Hören der Polizeisirene selber auf. Ein Dutzend Demonstrant*Innen konnten jedoch von der Polizei gefasst werden, auf eine Personalienfeststellung wurde letztendlich verzichtet und sie wurden nach einer Belehrung gehen gelassen.

Ein Auto-Fahrer entreißt einem Demonstranten eine Musikbox

Die zweite Blockade der Gruppe fand um circa 17:30 in der Oppenhoffalle statt. Der Fahrer des ganz vorne stehenden SUVs, den sich die Gruppe wohl einigermaßen gezielt ausgesucht hatte, versuchte durch mehrmaliges Anfahren erfolglos die Jugendlichen zum Ausweichen zu bringen.

Kurze Zeit später kam ein weiterer Fahrer eines Wagens hinzu, der die Gruppe anschrie und einem Jugendlichen versuchte gewaltsam seinen Bluetooth-Lautsprecher aus der Hand zu entreißen, was zu einer Rangelei zwischen mehren Demonstrant*Innen und dem Auto-Fahrer führte. Bis schließlich nach einer Viertelstunde der erste Streifenwagen ankam, war die Lage war spürbar angespannt.

Einige Passant*Innen gingen beim Anblick der Polizei von einem schweren Unfall aus, während die Autofahrer weiter hinten nicht wussten, was die Ursache des Staus von der Oppenhoffallee bis zum Adalbertsteinweg/Trierer Straße war.

Bei der Ankunft der Polizei deeskalierte die Lage nur langsam. Die Blockade wurde in Rücksprache mit einem Vertreter der Gruppe als unangemeldete Versammlung eingestuft und für zehn weitere Minuten als Demonstration legal angemeldet.

Zu einer möglich gewesenen Einstufung der Aktion als gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr oder als Nötigung kam es anscheinend zum Glück der Demonstrant*Innen nicht. Die Versammlung löste sich pünktlich auf, die Autofahrer*Innen kamen mindestens eine Stunde verspätet und sichtlich entnervt wohl doch noch aus dem Feierabendverkehr nach Hause.

In eigener Sache: Der zuerst genannte Autofahrer entriss auch unserem, als solchen erkennbaren Reporter seinen Ausweis, obwohl klar war, dass er nicht Teil der Blockade war. Schließlich gab der Autofahrer den Ausweis zurück, weigerte sich jedoch Aufnahmen dessen vor Ort zu löschen. Sowohl dieser Vorfall als auch Beschwerden von Passant*Innen, die von ihm gegen ihren Willen gefilmt worden waren, wurden von der Polizei nicht beachtet.

Auf dem Stand vom

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Schwerpunkte sind Aktivismus, Politik und Kriminalität in Aachen und NRW

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Transparenzhinweis: Der Autor hatte „Fridays for Future“-Demonstrationen zuvor mitorganisiert. An der Planung dieser war er nicht beteiligt.

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Moin, moin
Danke für den Bericht.
Der Presseausweis ist auf Verlangen nur der Polizei vorzuzeigen und sonst niemandem.
Vlt. ist das der eigentliche Skandal an der Geschichte. Wie konnte der Autofahrer an den Ausweis gelangen?