Illegales Streaming: Großeinsatz in Aachen und Umgebung

Auch Nutzer müssen Ermittlungen fürchten

Bei groß angelegten Durchsuchen, unter anderem in Aachen, wurde gestern gegen die Betreiber der größten deutschen Filesharing-Plattform ermittelt.

„Ermittler der Polizei Aachen sowie der niederländischen und der französischen Polizei hatten im Auftrag der ZAC NRW (Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW) mehrere Wohn- und Geschäftsobjekte in den Niederlanden, in Frankreich und in Deutschland durchsucht und dabei umfangreiche Beweismittel sichergestellt“, gab die Pressestelle der Polizei Aachen bekannt.

„Filesharing“ ist ein Überbegriff für das Austauschen von Dateien im Internet. In diesem Fall geht es um das illegale Verbreiten u.a. von Kinofilmen. Nach AiXformation-Informationen handelt es sich hier um das Internetportal „share-online.biz“.

Das angestoßene Ermittlungsverfahren richtet sich gegen drei Tatverdächtige aus Deutschland im Alter von 40, 48 und 54 Jahren. Der Hauptbeschuldigte soll laut der deutschen Presseagentur in Aachen leben, Insider bestätigten AiXformation, dass auch dort Durchsuchungen stattfanden.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, in einer Vielzahl von Fällen Beihilfe zur gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke begangen zu haben. Auf der Website konnten Nutzer Filme illegal hoch- und als Premium-Mitglied auch herunterladen.

Auf AiXformation-Nachfrage bestätigte die ZAC NRW, dass auch Nutzer der Plattform strafrechtliche Konsequenzen fürchten müssen. Zwar wird aktuell nur gegen die Betreiber ermittelt, werde jedoch im Rahmen des Ermittlungsverfahren bekannt, wer die Nutzer der Seite gewesen seien, müsste vermutlich auch gegen diese ermittelt werden. Die Höchststrafe von 5 Jahren Freiheitsentzug ist jedoch nicht zu erwarten.

„share-online.biz“ stellt nach gegenwärtigen Erkenntnissen den größten in Deutschland betriebenen Filehoster dar. „Über diesen sollen in erheblichem Umfang urheberrechtlich geschützte Werke wie Kinofilme, Serien, Erotikproduktionen oder Musikstücke zum Download angeboten worden sein, wobei die Raubkopien zuvor durch registrierte Nutzer auf der Plattform hochgeladen worden waren. Dafür sollen die Uploader nach Maßgabe eines detaillierten Punktesystems unter Berücksichtigung von Dateigröße und Downloadanzahl durch die Beschuldigten vergütet worden sein“, so die Polizei Aachen.

Die jetzige Ermittlung reiht sich in eine Reihe Weiterer gegen „Filesharing“-Plattformen ein. Nutzer sollten wissen, dass sie sich ggf. selber strafbar machen. In diesem Fall verdienten die Betreiber außerdem durch Nutzer-Mitgliedschaften über 50 Millionen Euro.

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Über Vitus Studemund 20 Artikel
Schwerpunkte sind Aktivismus, Politik und Kriminalität in Aachen und NRW

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