Polizei: „Fridays for Future? Gerne wieder!“

Polizei Präsident Dirk Weinspach gab heute im Polizeipräsidium von Aachen sein Statement zum Einsatz bei der Fridays for Future Demonstration am 21. Juni in Aachen ab.

„Mein Wunsch ist, dass FFF ein Beispiel ist und Stimmung macht für Engagement im Klimaschutz“, so schloss er seine Stellungsnahme ab. Zudem erklärte er zu der #AC2106 Demonstration: „Von Fridays for Future haben wir eindrucksvolle Bilder erhalten. 36.000 Menschen haben wir gezählt. Es es war eine große Herausforderung aber dank dem friedlichen Protest konnte die Polizei sich auf verkehrsbeeinträchtigende Maßnahmen beschränken. Wir wünschen uns, dass wir uns bei solchen bunten Veranstaltungen auch in Zukunft auf den Verkehr beschränken können. Das ist das, was wir als Polizei gerne tun würden. Nicht mehr und nicht weniger“.

„Mein Wunsch ist, dass FFF ein Beispiel ist und Stimmung macht für Engagement im Klimaschutz“

Dirk Weinspach, Polizeipräsident Aachen

Die Schätzung der Polizei auf 36.000 Demonstrierende löste Erstaunen unter den Medienvertreter*Innen aus. Bisher hatte die Polizei immer Angaben zwischen 10 und 20 Tausend gemacht. Weinspach bekräftigte aber, man sei sich sicher, dass die neue Angabe richtig sei.

Auch zu der Aktion des Bündnis „Ende Gelände“ meldete er sich zu Wort. Die Gruppierung hatte am Wochenende die Kohlebahn und den Tagebau Garzweiler still gelegt.

„Unser Einsatz-Konzept ist aufgegangen, unsere Ziele wurden erreicht. Wir bedauern, dass Aktivisten unter Gefahr für ihr Leben in den Tagebau eingedrungen sind. Der Aktionskonsens von Ende Gelände (Ende Gelände will keinerlei Gewalt ausüben, Anmerkung der Red.) stellen wir in Frage. Teilnehmer sind auf die Kollegen zu gestürmt und haben sie massiv überrannt. Kollegen wurden aktiv von den Aktivisten verletzt. Das hat für mich mit dem Anspruch friedliches Protests nichts zu tun. In sozialen Netzwerken tauchten einzelne Szenen mutmaßlicher Polizeigewalt auf. Dies waren allerdings nur Einzelszenen . Trotzdem gehen wir dem ganzen nach, eine andere Polizeibehörde wird ggf. ermitteln“

16 Polizisten seien von den Ende Gelände Aktivisten verletzt worden. Auf spätere nachfrage gibt die Polizei nur noch 8 an. Die andere Hälfte habe sich selber verletzt. Das die Aktivist*Innen von Ende Gelände daran allerdings auch eine Teilschuld tragen ist verständlich. Aber auch diese klagen über Polizeigewalt. Auf Nachfrage seien der Polizei ein paar wenige Videos bekannt. AiXformation zeigte Weinspach ein Beispiel-Video – Dieses kannte die Polizei noch nicht.

Das Resultat der Polizei bleibt klar: Auf Ende Gelände hat man so schnell nicht wieder Lust. Auf eine zweite internationale Fridays for Future Demonstration würde man sich allerdings freuen. „Jederzeit gerne wieder“, so Weinspach. Nur schade, das eine solche bislang noch nicht geplant ist.

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Über Vitus Studemund 18 Artikel
Schwerpunkte sind Aktivismus, Politik und Kriminalität in Aachen und NRW

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