Mindestens 6 Corona-Fälle in NRW

Mehrere Personen aus dem Kreis Heinsberg infiziert

Corona-Fälle in NRW: Mehrere Personen aus dem Kreis Heinsberg haben sich infiziert

Mittwoch Nachtwurde eine am Coronavirus erkrankte Person von Erkelenz in eine Düsseldorfer Klinik transportiert. Symbolbild: Thorsten Töller (Pixabay License)

Dieser Artikel wurde längere Zeit nicht mehr aktualisiert (Stand: 14:55 Uhr Donnerstag) Zum Liveblog geht es hier.

  • Zuerst wurde ein Mann aus Gangelt am späten Dienstag positiv auf den Virus getestet. Auch seine Frau wurde infiziert.
  • Er befindet sich zurzeit in einer Düsseldorfer Klinik – wohl im kritischen Zustand wegen einer Vorerkrankung.
  • Auch eine dritte Person, die vermutlich über Karneval Kontakt zu dem Ehepaar hatte, hat sich infiziert. Seit dem späten Mittwochabend und Donnerstagmorgen sind drei weitere Fälle bekannt.

Am Dienstagabend ist bei einem Mann aus Gangelt, laut Informationen der dpa Mitte 40, erstmals das neuartige Corona-Virus (Sars-CoV-2) nachgewiesen worden. Es handelt sich damit um den ersten Fall in NRW. Nun ist auch bekannt, dass seine Frau und vier weitere Personen ebenfalls erkrankt sind.

Während die Ehefrau im stabilen Zustand stationär behandelt wird, liegt der Mann, der bereits an einer Vorerkrankung leidet, im kritischen Zustand auf der Intensivstation und befinde sich nach Medienberichten unter künstlicher Beatmung und in Lebensgefahr. Die Kinder des Paares zeigen aktuell keine Symptome der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit COVID-19.

Laut den Aachener Nachrichten wurde das betroffene Ehepaar aus dem Gangelt zunächst seit Montagmittag wegen einer schweren Lungenentzündung im Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus behandelt. RP-Online zufolge wurde für das Ehepaar ein nächtlicher Krankentransport mit besonderem Infektionsschutz zur Universitätsklinik nach Düsseldorf durchgeführt und um kurz nach 02:00 Uhr erfolgreich beendet.

Seit heute Abend ist auch bekannt, dass ein Bundeswehr-Soldat, der laut Medienberichten Mitglied im selben Karnevalsverein wie das Ehepaar ist, sich ebenfalls mit dem Virus infiziert hat. Er arbeitet bei einem Luftstützpunkt in Köln-Wahn, der heute mehrere Stunden gesperrt war, und befindet sich momentan in einem Bundeswehr-Krankenhaus in Kassel. Die Rheinische Post berichtete gegen 21:30 Uhr von einem vierten Fall in Mönchengladbach, von dem bisher nur wenig bekannt ist. Ersten berichten zufolge soll es sich um einen Arzt handeln, der sich beim ersten Patienten angesteckt haben soll. Donnerstagmittag wurden außerdem zwei weitere Fälle bestätigt.

Hamsterkäufe und Videobotschaft

Nach Informationen von AiXformation sind die Supermärkte im betroffenen Kreis Heinsberg derzeit hoch frequentiert, die Einwohner tätigen Hamsterkäufe. Besonders gefragt sind Tiefkühlwaren und Getränke.

Der Krisenstab des Kreises, in dem unter anderem Vertreter der Rettungskräfte, Krankenhäuser und der Stadtverwaltung sitzen, ordnete außerdem an, dass am Aschermittwoch alle Schulen, Kindertagesstätten und Ämter im Kreis Heinsberg als Vorsichtsmaßnahme geschlossen werden mussten. Der Kreis Heinsberg verbreitete am Mittwochmorgen außerdem eine Videobotschaft des Landrates Stefan Pusch, der die Mitbürger und Mitbürgerinnen um „Disziplin“ bittet und dazu aufruft, nach Möglichkeit Zuhause zu bleiben.

Landrat Stefan Pusch via Facebook

Möglicherweise Ansteckung über Bekannten

Fraglich bleibt weiterhin, wie sich der Mann angesteckt hat. Es habe über mehrere Ecken Kontakte zu Personen aus China, wo sich in der Provinz Hubei der Virus besonders stark ausgebreitet hat, gegeben. Unter anderem berichteten die Aachener Nachrichten von einem Bekannten, der kürzlich in China gewesen sei. Der Mann selber war aber nicht verreist.

Am Mittwoch wurde zur Klärung weiterer Fragen und Vorgehensweisen ein Krisenstab auf Landesebene gebildet, dieser traf sich in Düsseldorf. Der Krisenstab des Kreises Heinsberg kontaktierte seit Dienstag ermittelte Kontaktpersonen.

Das Ehepaar war über das Wochenende im Karneval aktiv gewesen, die Familie hatte in den letzten Tagen vermutlich zahlreiche Kontakte in der Bevölkerung. Neben dem Bundeswehr-Soldaten könnten sich also auch noch weitere Menschen angesteckt haben. Wer der ursprüngliche Träger war, ist nicht bekannt. Mindestens beim Großteil der Infizierten gibt es jedoch einen Kontakt zu dem erwähnten Ehepaar.

Von Experten gibt es zurzeit unterschiedliche Einschätzungen. Unter anderem wird zunehmend Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn in der öffentlichen Debatte beispielsweise vom Gesundheitsexperten wie Alexander Kekulé eine Verharmlosung des Virus vorgeworfen. Andere Experten wie Daniel Tabeling warnen dagegen vor Hysterie.

Sollte man trotzdem Symptome an sich bemerken, wird zu folgender Vorgehensweise aufgerufen: „Menschen, die zurzeit grippeähnliche Symptome aufweisen, werden gebeten, ihren Hausarzt bzw. Notdienstpraxis zunächst telefonisch zu kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise abzuklären“, erklärte ein Sprecher des Kreises Heinsberg heute Morgen.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat darüber hinaus eine Coronavirus-Hotline unter der Nummer (0211) 855 47 74 geschaltet.

Peer Schwiders
Über Peer Schwiders 10 Artikel
Schwerpunkte sind Aktivismus und nachhaltige Mobilität.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.