Waschbären in der Region Aachen

Süß und knuddelig, oder eine gefährliche Plage?

Waschbären turnen gerne in Müll rum. Auch in der Region.

Aachen: Kaum jemand kann widerstehen, wenn einen ein süßer kleiner Waschbär mit der charakteristischer Maske und großen Augen anschaut. Sie sind oft sehr zutraulich, und wagen sich bis weit in die Städte und Dörfer rund um Aachen vor. Doch genau das könnte ein großes Problem für die Einwohner der Region werden.

Denn in Dendeborn, in der Nordeifel, bietet sich neuerdings ein seltsames Bild: Waschbären, die in Mülltonnen und Gärten rumturnen, sind für die Bewohner keine Seltenheit mehr. Doch wie süß die Tiere mit der Superhelden-Maske auch aussehen, können sie wirklich so gefährlich sein wie immer öfter behauptet? Und wie kommt es dazu, dass die putzigen Kanadier fast schon als Einheimische gelten?

Waschbären stammen eigentlich aus Nordamerika. In den 20ern und 30ern des letzten Jahrhunderts wurden sie bewusst nach Deutschland gebracht und ausgewildert, um sie später wegen ihres schönen Pelzes zu bejagen. Andere Tiere entkamen aus Farmen, wo sie, wegen ihres Pelzes, gezüchtet wurden, und vermehrten sich rasend schnell.

Als Kulturfolger erkannten sie ihre Vorteile durch den Menschen, und lebten immer häufiger in Städten und brachten dort auch Nachwuchs zur Welt. Dadurch, dass sie schon seit Generationen in Städten leben, entstand die Zutrauligkeit, die viele Waschbären aufweisen. Jedoch stellten sich regelmäßige Konflikte immer häufiger ein.

Waschbären sind unter anderem dafür bekannt Mülltonnen auszuräumen. Als Allesfresser finden sie in den Siedlungen ohne großen Aufwand große Mengen an Nahrung. Da macht auch Dendeborn keine Ausnahme. Außerdem machen sie sich oft an Gartenobst zu schaffen, was jedoch ebenfalls noch im Rahmen liegt. Seit 2010 dringen sie jedoch in der Städteregion immer öfter in Häuser ein. Dort richten sie große Schäden an, wenn sie versuchen sich Schlafnester auf Dachböden herzurichten.

Jedoch sind dies nicht die einzigen Probleme, die die putzigen Bärchen mit sich bringen. Neben dem parasitären Spulwurm, der von den Waschbären eingeschleppt wurde und auch auf Menschen übertragbar ist, stellen sie eine Gefahr für viele der seltenen heimischen Tierarten dar. So fressen sie beispielsweise die Eier verschiedener Wasservögel und Reptilien und verdrängen heimische Raubtiere wie Wildkatzen.

Es gibt einiges, was gegen die Waschbären getan wird. Neben der vermehrten ganzjährigen Jagd, werden immer öfter Lebendfallen eingesetzt, um die Tiere einzufangen. Die Städteregion empfielt, Mülltonnen mit Spanngurten zu verschließen und warnt eindringlich davor, die Tiere zu füttern. Waschbären aber aktiv jagen, solle keine so gute Idee sein. Laut der Städteregion würden sie sich dann zum Trotze, ganz nach dem Motto „Jetzt erst recht“, umso mehr fortpflanzen.

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Über Rasmus Epperlein 12 Artikel
Schwerpunkte: Aachen und die Region

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